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Kleidung: Meine goldene Mitte

maisonaure
15. Okt.
1 Min. Lesezeit

Früher stand ich fast jeden Morgen ratlos vor einem vollen Kleiderschrank. Das Problem war nicht, dass mir Kleidung fehlte, mir fehlte die Verbindung dazu.

 

Ich hatte Stücke gekauft, weil sie an jemand anderem in Hollywood mühelos aussahen. Blazer, die sich im Laden richtig anfühlten, mir im Alltag aber wie eine Rüstung vorkamen. Schuhe, in denen ich mich unsicher bewegte. Am Ende habe ich mich jeden Morgen verkleidet, um in Räume zu passen, anstatt den Raum einfach zu betreten.

 

Irgendwann habe ich radikal umgedacht: Kleidung soll mich nicht darstellen, sie soll mich in meine goldene Mitte bringen.

 


Drei Dinge, die meinen Blick komplett verändert haben:

 

  1. Wenn der Stoff kratzt oder einengt, bleibt er nicht.

Selbstbewusstsein fängt bei der Haptik an. Wenn du den ganzen Tag an deinem Saum zupfst oder die Schultern nicht fallen lassen kannst, verlierst du Präsenz. Schwere Baumwolle, weiche Wolle, fließende Schnitte, wenn sich ein Teil auf der Haut nicht gut anfühlt, sieht es von außen auch nicht mühelos aus.

 

  1. Silhouetten statt Trends.

Trends sind laut und lenken ab. Ein weiter Mantel mit geradem Schnitt, eine gut sitzende Hose, klare Kanten. Finde zwei oder drei Formen, in denen du dich stark fühlst, und bleib dabei. Wiederholung ist kein Mangel an Kreativität, sondern eine Signatur.

 

  1. Die Frage vor dem Spiegel ändern.

Ich frage mich morgens nicht mehr: „Sieht das gut aus?“

Ich frage mich: „Kann ich mich heute den ganzen Tag genau so aushalten?“

 

Stil wird erst dann interessant, wenn er unaufgeregt ist. Wenn man merkt, dass jemand genau weiß, wer er ist, ganz ohne Logo.

 
 
 

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